Es brennt ...

Ein LAWZ-Disponent während eines Notrufs

... was passiert eigentlich, wenn ich den Feuerwehrnotruf wähle?

Es brennt bei Ihnen zu Hause? Sie hatten gerade einen Verkehrsunfall? Wasser steht im Keller? Oder es besteht eine andere Gefahrensituation für Menschen, Tiere oder Güter? Dann benötigen Sie die Hilfe der Feuerwehr. Scheuen Sie sich nicht, den Notruf 122 zu wählen. In diesem Artikel erklären wir, was passiert, wenn ein Gemeindebürger aus Wals-Siezenheim die Feuerwehr alarmiert.

Die Telefonsysteme der verschiedenen Anbieter sind so aufgebaut, dass Notrufe automatisch an die jeweils zuständige Leitstelle weitergeleitet werden. Wählen Sie im Bundesland Salzburg den Feuerwehrnotruf, gelangen Sie zur LAWZ Salzburg. Das steht für Landesalarm- und Warnzentrale. Diese befindet sich in der Karolingerstraße in der Landeshauptstadt Salzburg.

Die LAWZ ist nicht nur die Leitstelle der Salzburger Feuerwehren, sondern übernimmt auch wichtige Aufgaben im Bereich des Zivilschutzes. So steuert sie beispielsweise die Sirenenanlagen des Bundeslandes und kann die Bevölkerung bei Hochwasser, Unwettern oder anderen Gefahrenlagen mittels Zivilschutzsignalen warnen. Darüber hinaus betreut die LAWZ das AT-Alert-System. Aus diesem umfangreichen Aufgabenbereich ergibt sich die etwas sperrige Bezeichnung „Landesalarm- und Warnzentrale“.


Die vier wichtigsten W-Fragen

In der LAWZ nimmt ein Leitstellendisponent Ihren Anruf entgegen. Dabei werden zunächst die wichtigsten Informationen abgefragt:

Was ist passiert?
Brand, Verkehrsunfall, Hochwasser, Türöffnung oder ein anderer Notfall?

Wo ist es passiert?
Ort, Straße, Hausnummer, Stockwerk oder Türnummer sowie gegebenenfalls Besonderheiten bei der Anfahrt?

Wie viele Betroffene oder Verletzte gibt es?
 
Sind Personen verletzt oder in Gefahr? Wie viele Personen sind betroffen?

Wer ruft an?
Name und Telefonnummer für eventuelle Rückfragen.

Diese Fragen sollten Sie möglichst genau beantworten. Oft benötigt der Disponent zusätzliche Informationen. Deshalb ist es wichtig, das Gespräch erst zu beenden, wenn der Mitarbeiter der LAWZ dies ausdrücklich tut.


Die Alarmierung läuft bereits

Noch während des Telefonats legt der Leitstellendisponent den Einsatz im Einsatzleitsystem an. Dort sieht die Leitstelle in Echtzeit, welche Einsatzkräfte und Fahrzeuge verfügbar sind. Hier treffen moderne Technik und langjährige Erfahrung aufeinander, denn kein Einsatz gleicht dem anderen.

Sobald alle relevanten Informationen erfasst wurden, erfolgt die Alarmierung. Bei der zuständigen Feuerwehr werden die Einsatzmeldeempfänger – auch Pager oder „Piepser“ genannt – ausgelöst. Gleichzeitig erhalten die Feuerwehrmitglieder eine Benachrichtigung über die BlaulichtSMS-App.

Bei vielen kleineren Einsätzen genügt diese sogenannte „stille“ Alarmierung. Besteht jedoch Gefahr für Menschenleben oder handelt es sich um ein besonders dringendes Ereignis, werden zusätzlich die Sirenen ausgelöst. Dabei ertönt dreimal ein 15 Sekunden langer Ton.

Die Alarmierungseinrichtungen, das Funknetz und in weiterer Folge auch die Feuerwehrhäuser verfügen über Notstromversorgungen. Dadurch bleibt die Alarmierung der Feuerwehren auch bei Stromausfällen sichergestellt.


Welche Feuerwehr wird alarmiert?

Grundsätzlich wird zunächst die örtlich zuständige Feuerwehr alarmiert. In Wals-Siezenheim richtet sich die Zuständigkeit nach den jeweiligen Ortsteilen.

Der Löschzug Wals betreut die Ortsteile Wals, Walserfeld, Walserberg, Grünau, Käferheim und Gois. Darüber hinaus gehören die Autobahnen A1 und A10 mit dem Knoten Salzburg, die Schwarzenbergkaserne, mehrere Gewerbegebiete, zwei Baggerseen sowie die Saalach zum Einsatzgebiet.

Der Löschzug Siezenheim ist für die Ortsteile Siezenheim und Kleßheim zuständig. In seinem Einsatzbereich befinden sich unter anderem die Red Bull Arena, das Schloss Kleßheim sowie ein großes Gewerbegebiet mit zahlreichen Brandmeldeanlagen. Als besonderer Industriebetrieb stellt die Firma M. Kaindl GmbH mit ihren drei Werken die Einsatzkräfte immer wieder vor neue Herausforderungen.

Der Löschzug Viehhausen betreut die Ortsteile Viehhausen, Eichetsiedlung, Glansiedlung, Schweizersiedlung, Laschensky, Himmelreich und Loig. Zu seinem Einsatzgebiet zählen außerdem ein Einkaufszentrum, ein Großkino mit zehn Sälen und mehr als 2.000 Sitzplätzen, das Designer Outlet Salzburg, das Wals Trade Center sowie zahlreiche weitere größere Betriebe.

Gemeinsam bilden die drei Löschzüge Wals, Siezenheim und Viehhausen die Freiwillige Feuerwehr Wals-Siezenheim.

Erkennt der LAWZ-Disponent bereits beim Notruf, dass es sich um einen größeren Einsatz handelt, kann er selbstständig die Alarmstufe erhöhen. In Wals-Siezenheim wird dann Gesamtalarm für alle drei Löschzüge ausgelöst. Dabei können bis zu 14 Einsatzfahrzeuge gleichzeitig ausrücken.


Die Mitglieder wohnen nicht im Feuerwehrhaus

Wichtig zu wissen ist, dass die Freiwillige Feuerwehr Wals-Siezenheim – wie der Name bereits verrät – keine Berufsfeuerwehr ist. Alle Mitglieder leisten ihren Dienst freiwillig, unentgeltlich und ehrenamtlich.

Es befindet sich daher normalerweise niemand rund um die Uhr im Feuerwehrhaus in Bereitschaft und wartet auf einen Einsatz. Die Feuerwehrmitglieder gehen ihren Berufen nach, verbringen ihre Freizeit mit ihren Familien oder schlafen nachts zu Hause.

Nach einer Alarmierung müssen die Einsatzkräfte zunächst zum Feuerwehrhaus kommen. Dies geschieht mit privaten Fahrzeugen, Fahrrädern oder auch zu Fuß. Je nach Aufenthaltsort können dadurch bereits einige Minuten vergehen.

Im Feuerwehrhaus angekommen, ziehen die Feuerwehrmitglieder ihre persönliche Schutzausrüstung an. Diese besteht aus Einsatzstiefeln, Einsatzhose, Einsatzjacke, Helm und Schutzhandschuhen. Auf einem großen Bildschirm werden Einsatzart, Einsatzort und weitere wichtige Informationen angezeigt.

Viele dieser Informationen konnten die Mitglieder jedoch bereits auf ihrem Pager oder in der BlaulichtSMS-App abrufen. Auf Basis der Alarmmeldung wird entschieden, welche Fahrzeuge zum Einsatz ausrücken. Je nach Einsatzart kommen unterschiedliche Fahrzeuge mit speziell dafür vorgesehenen Geräten und Ausrüstungen zum Einsatz.


Auf dem Weg zum Einsatzort

Sobald genügend Feuerwehrmitglieder im Feuerwehrhaus eingetroffen sind, um ein Fahrzeug vollständig zu besetzen, rückt dieses zum Einsatzort aus – mit Blaulicht und Folgetonhorn. Diese Signale gewähren den Einsatzfahrzeugen Sonderrechte im Straßenverkehr. So dürfen sie beispielsweise unter besonderer Vorsicht rote Ampeln passieren.

Der Fahrzeugkommandant meldet der LAWZ per Funk das Ausrücken des Fahrzeugs. Während der Anfahrt bereitet sich die Mannschaft weiter auf den Einsatz vor. Die ersten Aufgaben werden durch den Fahrzeug- beziehungsweise Gruppenkommandanten verteilt.

Der Einsatzleiter bleibt während des gesamten Einsatzes über Funk und Telefon mit der Leitstelle verbunden. Dadurch können Lageänderungen, Rückfragen oder zusätzliche Kräfte rasch koordiniert werden. So wird sichergestellt, dass die Hilfe schnell und effektiv dort ankommt, wo sie benötigt wird.


Nach dem Einsatz

Nach Abschluss der Arbeiten rücken die eingesetzten Kräfte wieder von der Einsatzstelle ab. Die Rückkehr wird der Leitstelle per Funk gemeldet.

Im Feuerwehrhaus werden anschließend alle verwendeten Geräte gereinigt, geprüft und wieder einsatzbereit gemacht. Auch die Fahrzeuge werden kontrolliert und gegebenenfalls betankt.

Darüber hinaus werden sämtliche Einsatzdaten im EDV-System dokumentiert. Diese Daten dienen nicht nur statistischen Zwecken, sondern ermöglichen auch eine laufende Evaluierung und Verbesserung von Abläufen und Einsatzkonzepten.


Hilfe kommt – rund um die Uhr

Vom ersten Anruf bei der Notrufnummer 122 bis zur Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft nach dem Einsatz folgt alles klaren Abläufen. Moderne Technik unterstützt dabei die Arbeit der Einsatzkräfte, ersetzt aber niemals deren Erfahrung, Engagement und Teamgeist.

Oder wie es Ortsfeuerwehrkommandant der FF Wals-Siezenheim ABI Alexander Brötzner formuliert: „Haben Sie keine Angst, den Notruf zu wählen. Wir kommen gerne, um zu helfen. Lieber einmal zu oft ausgerückt als einmal zu spät.“


 
Ein Beitrag von OVI Christoph Wieland


Bild: ORF Salzburg

12.09.2026

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